Der erste Schulbesuch

Posted: 7th Dezember 2018 by juhudo in Caramba
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Heute war es für uns das erste Mal, dass wir „professionell“ in der Schule gearbeitet haben. In den ersten Klassen stehen Haustiere auf dem Lehrplan und Hunde gehören da natürlich dazu. So wurden wir ins die 1D eingeladen, um über Hundesprache zu informieren. Das Thema scheint mir wichtig, da es zu dem einen oder anderen Unfall wohl nicht kommen würde, wenn sich sowohl HundehalterInnen also auch jene, die es nicht sind, besser bei dem Verhalten der Vierbeiner auskennen würden.

Der Freitag ist ein Tag, an dem ich nur zwei Stunden unterrichte, aber weitere zwei Stunden in der Schulbibliothek arbeite. Eine davon wurde zur Hundestunde umgewidmet, aber die davor verbrachten wir bei den Büchern. Meist ist während der Stunde nicht so viel los (außer, wenn Unterricht stattfindet), aber diesmal schickte eine Kollegin etwa zwölf Kinder während einer Supplierstunde herüber – und die entdeckten ganz schnell meine Hündin und waren in ihrer Freude nicht zu bremsen. Daher wurde spontan gefüttert, getrickst und gestreichelt – Caramba hatte ihren Spaß, aber eigentlich sollte ihr „Job“ ja erst beginnen.

Zu Beginn er nächsten Stunde geing es dann in die 1D. Die Kinder erwarteten uns mit einem weiten Sesselkreis und Caramba stellte sich damit vor, dass sie jede/r  füttern (mit der Hand oder mit Hilfe eines Löffels) und streicheln durfte und wir vorzeigten, was wir so an Tricks draufhaben. Anschließend hatte sie Pause und ich zeigte die Fotos zu Hundesprache, zum Erkennen von Stress und Angst und zu den höflichen Beschwichtigungssignalen, die ich (in wirklich vielen Stunden) zusammengesucht und in eine Präsentation verpackt hatte. Die Kinder haben eine gute Beobachtungsgabe und verstanden und spürten ganz schnell, wie es um die Hunde auf den Bildern stand.

Abschließend lief Caramba brav durch zwanzig Kinderbeine durch und machte mit beinahe jedem Kind ihre Kunststücke wie Rolle, Pfote geben, High Five, Nasentouch oder Männchen, was – glaube ich – allen am besten gefiel. Mir hat diese Stunde sehr viel Spaß gemacht und meinem Hundemädel auch.

Danach musste sie noch zwei Stunden im Informatikraum durchhalten, ich hatte ja noch zu unterrichten. Die erste Stunde verschlief sie, aber auch mit den neuen Klassen musste wieder ein bisschen gestreichelt werden. Sie war wieder dabei. Am Nachmittag war dann außer einer Entspannungsrunde nicht mehr los. Die Arbeit eines Therapiehundes ist  so anstrengend, dass geschlafen werden muss. Und auch die nächsten Tage sollte nicht allzuviel passieren, damit Caramba sich richtig erholen und wieder einmal  eingesetzt werden kann.

Aber was mich besonders freut ist – abgesehen davon, dass das Arbeiten mit meiner Hündin so gut klappt und dass sie ganz offensichtlich Freude an den Kindern hat und ziemlich stressresistent ist -, dass es so viele Lächeln in die Gesichter der SchülerInnen zaubert, wenn sie in der Schule einem Hund begegnen. Einige wenige fürchten sich aber auch und es wäre sehr schön, wenn wir da in Zukunft ein bisschen helfen könnten.

Ausbildung zum Therapiehundeteam

Posted: 28th November 2018 by juhudo in Allgemein

durch den Verein Humanis et Canis
April 2018 bis November

Weil ich meinen Hund an langen Schultagen einige Zeit in die Schule mitnehmen möchte, habe ich mich mit Caramba an die Therapiehundeausbildung beim Verein Humanis et Canis gemacht. Vor zwei Jahren hat meine Tochter das schon mit ihrem Aussie Pinu’u absolviert und es für gut befunden – diese Empfehlung reicht mir.

In gewisser Weise war es mit meinem temperamentvollen, hibbeligen Hund ein Abenteuer – Caramba ist menschenfreundlich, manchmal aber etwas zu sehr – inklusive bis ins Gesicht hochspringen und abbusseln, wenn sie sich nur irgendwie ermutigt fühlt.

Zu Beginn der Therapiehundeausbildung war sie ziemlich genau zwei Jahre alt, in denen wir schon einiges an Ausbildung hinter uns gebracht haben: Welpen- und Junghundekurs in der Hundeschule ihrer Züchterin (City4Dogs), BGH- und BH1-Prüfung bei unserem Hundeverein (1. Salzburger Hundeschule) und seitdem sie ein bisschen älter als ein Jahr ist, immer Spaß-Agility mit niedrigen Hindernissen, aber viel Aufmerksamkeitstraining.

Das „Abenteuer“ begann mit einem Informationsabend im Herbst 2017, in dem ich von Bettina Falzeder und Leopold Slotta-Bachmayr schon viel Interessantes über Therapiehundeteams und ihre Einsätze erfuhr – nichts, was mich abgeschreckt hätte ???? und ich beschloss im folgenden Frühjahr mit der Ausbildung zu beginnen. Sie besteht aus mehreren Teilen, die ich nicht in einem sehr langen Blogeintrag abhandeln, sondern auf mehrere Postings aufteilen werde.

Modul 1 – 14. April 2018 (Nussdorf am Attersee)
Modul 2 – 24. April – 26.Juni 2018 (Know Wow Hundeplatz in Salzburg-Sam)
Theoriemodul – 30. Juni – 1. Juli 2018 (Landzeit Mondsee)
Modul 3 – 12. Juli – 14.JuLi 2018 (Salzburg, Heffterhof)
1. Assistenzeinsatz
2. Assistenzeinsatz
3. Assistenzeinsatz
4. Assistenzeinsatz
5. Assistenzeinsatz

Meine abschließenden Gedanken

Interessant war die ganze Zeit der Therapiehundeausbildung, von dem ersten Theoriemodul bis zum letzten Assistenzbesuch. Besonders einprägsam waren aber das sehr intensive Modul drei und die fünf Assistenzbesuche.

Was mir heute beim Nachdenken über die drei vergangenen Tage des Moduls 3 noch eingefallen ist: ich vertraue meiner Hündin jetzt noch mehr – nicht, dass ich das nicht auch schon vorher getan hätte, wie leben ja seit über zweieinhalb Jahren tagtäglich miteinander und haben viel erlebt und gearbeitet. Aber nach diesen drei Intensivtagen, in denen sie immer mitgemacht hat, einfach, weil sie bei mir sein wollte (Futtermotivation war nett, aber zweitrangig) und sie sich auch in bedrängenden Situationen auf mich verlassen und immer weitergemacht hat, weiß ich jetzt, dass sie immer auf mich hört und sich an mir orientiert. Das bringt uns in unserer Beziehung noch einmal ein ganzes Stück weiter.

Diese Sicherheit konnte ich auch in die Assistenzbesuche mitnehmen, die meinen Horizont sehr erweitert haben, vor allem der Besuch in der Lebenshilfe und im Altersheim. Berufsbedingt arbeite ich immer noch wesentlich lieber mit Kindern, aber auch eine andere Schiene ist auf einmal möglich geworden.

Ich bin sicherlich immer noch oft zu ungeduldig und möchte etwas schnell erledigen, aber es gelingt mit immer öfter Ruhe in mein Verhalten zu bringen und diese auch Caramba zu vermitteln, die ja auch sehr lebhaft ist. Ich erkenne schneller, wenn sie Stressverhalten zeigt und nehme sie aus der Situation. Ich weiß aber auch, dass sie bereit ist mitzumachen und aggressives Verhalten kenne ich nicht von ihr. Diese Zeit hat sich auf jeden Fall für uns ausgezahlt.

Die Arbeit, die bei Humanis et Canis geleistet wird, trägt viel dazu bei, dass unsere Hunde trotz der schrecklichen Vorfälle der letzten Zeit in unserer Gesellschaft akzeptiert und geliebt werden. Wenn man sieht, dass bei den Nachkontrollen mehr als 40 Hunde miteinander auskommen und arbeiten können, wird auch mehr als deutlich, dass und wie man sie gewaltfrei fördern und erziehen kann. Und die HalterInnen dazu.

 

5. Assistenzeinsatz

Posted: 28th November 2018 by juhudo in Allgemein, therapiehund
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Für unseren fünften Assistenzbesuch hatte ich eigentlich einen Besuch in einer Schulklasse meiner Schule geplant, aber dann sollte es noch einmal zu einem Besuch im Haus der Natur kommen. Barbara meinte, dass „dass Caramba bei Mona gut aufgehoben ist und noch ein paar Tipps bekommt, von Pfote zu Pfote:) Und Lisi macht die Geburtstage wirklich toll!“ Da konnten wir natürlich nicht widerstehen!

Diesmal ein eiskalter Novembersonntagmorgen, also kamen wir sauber und trocken zu unserem Treffpunkt an der Salzach. Mona und Caramba fanden sich in Ordnung, keinerlei Aufregung, also ging es gleich in den Seminarraum im Haus der Natur. Wie beim ersten Mal wälzte sich Caramba ihre Aufregung ab, die Hunde bekamen Plätze zugewiesen und Lisi informierte mich darüber, was sie vorhat und welche Rolle wir dabei spielen können.

Wie Claudia informierte auch sie die Kindergruppe, darüber, was sie erwartet und dass sich die sieben neunjährigen Mädchen (und ihre drei erwachsenen BegleiterInnen), dass sie sich ruhig verhalten sollen. Das taten sie auch, setzten sich zu uns auf den Boden und die Menschen-Hundeteams konnten sich vorstellen. Gegenüber der routinierten Mona war Caramba doch wieder aufgeregt und wollte alle am liebsten auf ihre temperamentvolle Art begrüßen, aber sie musste warten. Sie freute sich sichtlich auf Streicheleinheiten und Kekse, die sie dann auch bekam. Sie robbte ganz manierlich an den kleinen Mädchen vorbei und nahm die Leckerlis voller Freude. Ganz nebenbei wurde sie ausführlich gestreichelt.

Dann zogen wir uns etwas zurück, Mona platzierte sich direkt vor den Mädels und genoss ihre Berührungen. Lisi ließ aus einer Tasche Hundezubehör ziehen und besprach, wozu es gut ist.

Hundezubehör besprechen

Danach tricksten wir. Mona kann einiges, Caramba auch und es gelang den Mädchen, meine Hündin zum Rollen, zu High Five und zum Flaschen Umwerfen zu bekommen. Caramba wurde es nach etwa 20 Minuten anstrengend, sie zeigte es durch Herumwälzen und wir machten eine Pause, in der Lisi auch mit dem Wolfsfell, den Schädelknochen von Wolf, Hund und Fuchs und tollen Fotos von „Hunden mit Jobs“ arbeitete. Mona ruhte sich aus, und auch mein Wuschel konnte sich nach einiger Zeit entspannen.

Caramba kann sich entspannen

Alle Mädchen hörten sehr interessiert zu und trauten sich auch, mehr und mehr selbst beizutragen. Wir führten die beiden Hündinnen noch über die Beine der Kinder und sie schätzten ihr Gewicht. (Ich habe wieder einmal über Kreuz gefüttert.) Abschließend wurde noch besprochen, wie man sich einem fremden Hund am besten nähert – DAS wussten alle schon – und nach eineinhalb kurzweiligen Stunden durfte jede noch einmal füttern und streicheln und dieser Teil eines Kindergeburtstags war auch schon wieder vorbei.

Mona und Caramba setzten sich noch einmal ganz artig für ein Leckerli von Lisi hin. Sie gab mir noch den Tipp, wieder mehr mit dem Clicker zu arbeiten, weil ihr das mit Mona gerade bei Aufregung schon sehr geholfen hätte. Das werden wir machen.

4. Assistenzeinsatz

Posted: 28th November 2018 by juhudo in therapiehund
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So etwa zwei Wochen vor dem 29. September kam von Elke eine Anfrage in der Humanis-et-Canis-Facebookgruppe, ob sie jemand beim Tag der offenen Tür im Welser Tierheim unterstützen könnte. Da ich aus Wels stamme und meine Eltern dort leben und ich immer neugierig auf Tierheime bin, meldete ich mich. Netterweise wurde das Ganze von Bettina zu einem möglichen Assistenzeinsatz gemacht – umso besser für uns. Wir wossten zwar alle miteinander nicht, was uns da erwarten würde, aber wir trafen uns erst einmal vor dem Tierheim und uns wurde ein Platz zum Vorstellen des Vereins Humanis et Canis zugewiesen. Da das ein sehr kleiner Platz an einem Gang im Eingangsbereich war, hatten unsere drei Hunde, Nando, ein Schäfer- oder Sheltiemix, Pinoccio, ein Pinscher und meine Caramba gleich einmal viel Gelegenheit ihre Fähigkeit, Stress auszuhalten zu beweisen. Große Nähe, Kinder und Erwachsene, die streicheln wollten, Tricks vorführen, auch Lärm hielten sie tapfer aus. So nach eineinhalb Stunden konnten wir ins Freie ausweichen, dann war es einfacher. Caramba ließ sich ganz friedlich unter einem Tisch ablegen (auf einer HeC-Decke), wenn ich der Meinung war, dass es wieder einmal reichte.

Im Gang

 

Wir erzählten schon einigen Leuten etwas über das Therapiehundekonzept, aber hauptsächlich waren unsere Tiere die Streichelhunde des Tags der Offenen Tür. Uns sie machten es alle drei mit Bravour. Nando, überhaupt ein Routinier, arbeitete ohne Leine, die zwei „Frischlinge“ natürlich noch nicht.

Was mich ein bisschen erstaunt hat war, dass alle Eltern, deren Kinder streicheln kamen, uns völliges Vertrauen entgegenbrachten, dass ihren Kindern nichts passieren würde. Natürlich kommen nur tieraffine Menschen zu einem Besuch ins Tierheim, aber wenige Tage zuvor war ein Kleinkind von einem Rottweiler gebissen worden und gestorben. Auch ein kleiner Junge mit Downsyndrom war bei den Streichlern und es war schwierig, im zu zeigen, dass er den kleinen Pinscher nicht einfach aufheben darf. Leichter ist das, wenn man das Setting besser unter Kontrolle hat, wie bei dem Kindergeburtstag oder einem Schulbesuch. Da kann man sich mit den Kindern ausgiebig darüber unterhalten, wie man mit Hunden sicher umgeht.

Im Freien

Nach zwei Stunden, vielen Gesprächen, Tricks, Keksen und Streicheleinheiten war es genug. Die zweite Stunde im Freien war schon mit wesentlich weniger Stress für die Hunde verbunden, sonst hätten wir wahrscheinlich früher aufgehört. Auch das war ein schöner Assistenzeinsatz mit freudigen Kinder- und Elterngesichtern. Elke hat dann den Besuch mit uns noch besprochen und Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Was an meinem Mädel so toll ist: Wenn’s stressig wird, orientiert sie sich an mir und verlässt sich darauf, dass

3. Assistenzeinsatz

Posted: 28th November 2018 by juhudo in Allgemein

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Endlich Kinder – endlich meine Lieblingszielgruppe (ich bin ja Lehrerin). Aber würde Caramba das auch so sehen? Sie ist ja ganz schön wuselig und wenn sich jemand schnell bewegt, will sie mitmachen. Sicherheitshalber habe ich vorher zwar einen gemütlichen, aber langen Weg hin zum Haus der Natur genommen (Barbara Antesberger war so lieb, uns diesen Assistenzbesuch zu vermitteln.)– viel Schnuppern, wenig Begegnungen.

Dann trafen wir Claudia und ihre Retrieverhündin Kira eine halbe Stunde vor einer Kindergeburtstagsveranstaltung an der Salzach. Kira und Caramba beschnupperten sich höflich uns nahmen ruhig Kontakt auf. Es passt zwischen den beiden. Und auch die Fraulis verstanden sich schnell und besprachen kurz den Ablauf mit den Kindern. Zuerst eine Einführung über Hunde und ihre Abstammung vom Wolf, dann für uns eine Pause, in der die Kinder die Ausstellung besuchen sollten und dann Tricks, Füttern und streicheln.

Warten auf die Kinder

Auch Kira ist bereit

Im vorgesehenen Raum im Haus der Natur angekommen, konnte Caramba sich erst einmal in Ruhe umsehen. Sie nahm ihn durch ausgiebiges Wälzen auf dem Teppich in Besitz und ließ sich dann ruhig nieder. Dann sahen wir erst einmal von der Seite aus zu, wie die draußen schon ein bisschen vorbereiteten zwölf Mädchen (und ein kleiner Bruder) eintraten und ihre freudigen Ausrufe angesichts der schönen Kira ganz leise ausstießen. Caramba wäre gerne zu ihnen gelaufen, ließ sich aber dann ganz schnell beruhigen. Sie war noch nicht dran.

Um das Wolfsfell herum

Zuerst saßen die Mädchen in einigem Abstand zu den Hunden und erfuhren eine ganze Menge über Wölfe und ihr Verhalten. Sie konnten auch ein Wolfsfell und Wolfsknochen genau untersuchen. Nach diesem ersten Teil freuten sie sich sehr die Hunde erst einmal kurz streicheln zu dürfen, doch dann kam Barbara und führte sie in de Haustierabteilung (glaube ich). Dort steht – präpariert – der Vater eines meiner früheren Hunde: der Wolfsspitz Enrico Snowstar, den ich auch schon oft besucht habe. ????

Anschließen noch einmal Hundezeit. Wir konnten jetzt mithelfen, da zwölf Kinder ganz schön viel sind. Was bei Claudia und Kira ablief, bekam ich gar nicht mehr mit. Caramba war beschäftigt mit Rollen, Pfote, Männchen High Five, Winken und Twists – und ich damit, sie zu unterstützen und die Begeisterung der Mädchen in Grenzen zu halten. Es machte ihr aber eindeutig Spaß – ruhig lief es aber nicht immer ab. Etwa zehn Minuten vor dem Schluss der Veranstaltung beendete ich den Einsatz meiner Hündin – es sollte ihr ja nicht zuviel werden. Sie scheint darüber ganz froh gewesen zu sein.

Pause

Zum Abschluss konnten Kira und Caramba sich an der Salzach noch ein bisschen „freilaufen“ und genossen das sichtlich. Und Claudia und ich tauschten uns über den Einsatz aus – Claudia scheint ganz zufrieden mit uns gewesen zu sein ????. Und den folgenden Nachmittag hat Caramba verschlafen.

2. Assistenzeinsatz

Posted: 28th November 2018 by juhudo in therapiehund
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An einem regnerischen Sommertag fand unser zweiter Assistenzbesuch statt – in einem Altersheim. Regen spielt bei Carambas Fell insofern eine Rolle, als dass es lang ist und nicht schnell trocknet. Aber etwas Auslauf vor dem Besuch muss sein! Das feuchte Fell kann man den KlientInnen zumuten, also kommen wir mit mehreren Handtüchern ausgerüstet.

Wir trafen Martina Pelz mit ihren beiden Hunden vor dem Termin im Park in Mattsee und die Vierbeiner liefen sofort ganz entspannt nebeneinander her. Vor dem Eingang stießen auch noch Barbara Antesberger (die für zwei weitere Besuche eine wichtige Rolle für uns gespielt hat) und ihre Fena zu uns. Nach ausgiebigem Abtrocknen und ein bisschen Einweisung wurden wir einigen BewohnerInnen vorgestellt und wir begannen Gespräche über unsere Hunde, dann aber erzählten meine GesprächspartnerInnen über die Hunde und Katzen, die sie selbst einmal besessen hatten. Hunde streicheln war wichtig, aber die Gespräche waren wichtiger. Die Begegnungen wechselten, (PensionistInnen haben ja viel zu tun), eines führten wir mit einem Mann, der sich nur mehr sehr schwer artikulieren konnte, aber ganz deutlich viel Freude an den Hunden hatte.

Bei diesem Besuch passierte nicht so viel mit den Hunden wie bei den anderen, was sicher auch am Alter der BewohnerInnen lag. Caramba verhielt sich auch recht ruhig, sie hat den „Arbeitsmodus“ entdeckt, der mit einer bestimmten Leckerlitasche zusammenhängt. Auch dass sie ihr Geschirr trägt, spielt da wohl eine Rolle. Es tut ihr sehr gut, wenn sie viel Körperkontakt zu mir haben kann und ich versuche, soviel Ruhe auszustrahlen wie möglich.

Beim abschließenden Gespräch wies mich Martina Pelz darauf hin, dass ich ruhig noch weniger Aktionen mit Caramba hätte durchführen können (wir haben ihre Tricks gezeigt), Füttern und Streicheln allein hätte auch genügt. Mein „Aktionismus“ lag sicher daran, dass es mir sonderbar vorkommt, einmal bei erwachsenen Menschen zu erscheinen, die mich nicht kennen, und ihnen zu erlauben, meinen Hund zu streicheln. Mir ist schon klar, dass die PensionistInnen wissen, das sich die Mensch-Hund-Teams in einer Ausbildungssituation befinden, aber ich müsste sie erst besser kennenlernen, um mich bei so einem Besuch wohlzufühlen.

Fotos gibt es von diesem Besuch leider keine.

1. Assistenzeinsatz

Posted: 28th November 2018 by juhudo in Allgemein

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Diesen Besuch hatte ich schon vereinbart, bevor das Modul 3 stattgefunden hatte – umso erleichterter war ich, dass wir bestanden hatten. Aber gleichzeitig war das auch der Besuch, der mir am meisten Sorgen bereitete, da ich über keinerlei Erfahrungen mit Menschen mit Beeinträchtigungen verfüge. Doch Karin, eine erfahrene Hundetrainerin, meinte sofort, dass ein Besuch in der Lebenshilfe der ideale erste Einsatz für Caramba und mich wäre, da dort alles in einer sehr ruhigen Atmosphäre stattfinden würde.

An einem – wieder sehr heißen – Julitag trafen wir uns mir einer weiteren Kollegin und ihrer Labradorhündin vor dem Besuch zu einem kurzen Spaziergang und wurden über die BewohnerInnen, die Karin am meisten am Herzen lagen und die, die am meisten Interesse an Hunden hätten, informiert, über ihre Besonderheiten, Bedürfnisse und Angewohnheiten, soweit sie für unsere Hunde und uns nötig waren. Und Karin sagte einen Satz, der mit einem Schlag alle Bedenken von mir nahm: „Ihr seid dafür verantwortlich, dass der Besuch für euer Hunde eine positive Erfahrung wird!“ Das konnte ich leisten: schauen, wie es Caramba geht, Pausen einlegen, sie mit Keksen füttern und für ihr Verhalten belohnen. Ich musste mich nicht um das Wohlbefinden der BewohnerInnen kümmern – dafür sorgten Karin und die Betreuerinnen.

So entlastet betraten wir das Haus (auch der Weg zu den KlientInnen ist schon Stress für den Hund!), wurden nacheinander einigen Männern und Frauen vorgestellt, für die es zum Teil einen große Herausforderung bedeutete, einen Hund zu streicheln oder zu füttern. Ein älterer Mann packte auch Caramba am Geschirr und es dauerte eine Weile, bis er wieder losließ. Daher auch die Warnung, kein Halsband bei Einsätzen zu verwenden. Caramba wurde von fünf Leuten gestreichelt und gefüttert, zeigte ein paar Tricks, legte sich bei einem Klienten auf die Beine, da seine Einschränkungen sonst kein Streicheln zugelassen hätten und stellte sich immer wieder an der Lehne eines Rollstuhls auf. Lieber bleibt sie aber am Boden oder auf einer Couch. Nach nicht ganz einer Stunde merkte ich ihr die Erschöpfung an und wir beendeten unseren Besuch. Meine Kollegin und ihr Labrador hielten noch etwas länger durch.

Anschließend gab es noch Feedback durch Karin – ich kann Caramba noch besser unterstützen – und wir unterhielten uns noch über die Vorteile des Clickerns, dessen Potenzial ich noch nicht so ganz erkannt habe. Für mich war es ein sehr schöner, lehrreicher Besuch – und Caramba war fix und fertig, sie hat den halben Nachmittag tief und fest geschlafen.

 

Die Fotos stammen von Karin Immler.

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Das letzte praktisch Ausbildungsmodul mit Bettina und Leo fand dann in der ersten Ferienwoche statt. Ich war sehr gespannt auf den Ablauf, denn ich hatte schon mehrmals gehört, dass den Hunden da drei Tage lang sehr viel an Ausdauer, Motivation und Zurücknehmen abverlangt werden sollte. Ein bisschen Glück hatte ich auch, dass ich trotz vieler Interessenten schon zu diesem Termin dabei sein konnte.

am Übungsplatz

An einem sehr heißen Sommertag trafen wir und in einem Seminarraum im Heffterhof – wieder viele Hunde (und Menschen) auf relativ wenig Platz – 13 Teams, glaube ich. Meiner Hündin hatte ich zuvor noch ihre kaum verwendete Box erneut schmackhaft gemacht, weil ich sie im Laufe der Tage eine Rückzugsmöglichkeit haben sollte und ich nicht wusste, ob wir mit den Autos im Schatten würden parken können. Es hat ihr dann auch ganz gut gefallen, sich darin hinzulegen, aber unbedingt nötig wäre sie nicht gewesen, da das mit dem Schatten ganz gut funktionierte und im Auto dann doch mehr Ruhe möglich war.

Der Ablauf: Drei Stunden am Vormittag fast alle Übungen der letzten Monate in einem Durchlauf (mit kurzer Pause). Mittagessen, dann am Nachmittag wieder Varianten davon im klimatisierten Seminarraum, dafür aber viel enger. Donnerstag von 10:00 bis 17:00, Freitag von 9:00 bis 18:00 und Samstag noch von 9:00 bis 13:00. Wir übten, beobachteten, tauschten uns untereinander aus. Immer wieder kleine Inputs von Bettina oder Leo.

im Seminarraum

Caramba daheim am Morgen des 2. Tages

Den Höhepunkt bildete am Freitagnachmittag und noch einmal am Samstag die Fünf-Phasen-Belastungsübung, während der die Hunde von den Menschen mit Auf-Sie-Zugehen, Lärm machen, Auf-Sie-Einreden und dann auch noch Angreifen sehr unter Druck gesetzt wurden. Schön war es zu sehen, dass nicht mit jedem Tier gleich umgegangen wurde, sondern ein sensibleres Tier rücksichtsvoller behandelt wurde. Ziel war immer noch eine zwar belastende Situation, die aber für die Hunde im Team mit ihrem Menschen noch gut aushaltbar sein sollte. Caramba hat sich nach anfänglicher Irritation voll auf mich konzentriert und ich versuchte, sie ihr mit Futter und meiner Nähe – hinunterbeugen sollte ich mich nicht – gut aushaltbar zu gestalten.

Anschließend wurde ich noch geprüft, indem ich gefragt wurde, ob ich noch einen Durchgang wagen wollte. Nach einer halben Sekunde Bedenkzeit (Leistungsdenken!) war mir aber doch klar, dass mein Hundemädel ihren Teil für diesen Tag wirklich schon geleistet hatte. Und ganz nebenbei bemerkt, war ihr die Anstrengung des erstens Tages am zweiten schon deutlich anzumerken.

Das Abschlussgespräch, das Samstagvormittag nach einer kürzeren Hundearbeitseinheit stattfand, verlief für mich sehr positiv. Leo meinte, dass ich mich gut auf das Ausbildungskonzept hätte einlassen können – nach ein paar Treffen. Das freut mich als Lehrerin, denn manchmal glaub ich schon, dass ich manches besser weiß als andere ????. Und Caramba und ich wurden eine Stufe weiter gelassen, zu den Assistenzbesuchen.

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Zwei Tage Vorträge zu unterschiedlichen Bereichen, mit denen Therapiehundeteams zu tun haben können:

  1. Ethik in der Tiergestützten Therapie bzw. im Besuchsdienst
    Wir sind für unsere Tiere verantwortlich, die bereit sind, sehr viel für uns zu tun. Das bedeutet, wir haben die Pflicht dafür zu sorgen, dass sie ein gutes Leben führen können, in dem sie auch gefördert werden.
  2. Psychologische Aspekte in den tierunterstützten Einsätzen
    Lerntheorien von Pawlow bis Birkenbihl, Kommunikationstheorien, analoge und digitale Kommunikation mit Tieren, Beziehungen aufbauen.
  3. Hundestützte Pädagogik
    Ein LehrerInnenpaar berichtete auch aus ihrer Praxis mit mehreren Hunden heraus über die Wirkung, die diese Tiere besonders bei schwierigen Kindern erzielen können. Sie können zum Beispiel beim Stressabbau helfen und dadurch erst ein Lernen ermöglichen. Auch über die Rahmenbedingungen, innerhalb derer man sich in einer Schule bewegen muss, wurden wir informiert.
    Für die Hunde kann ein Besuch in einer Schulklasse mit einer Leckerlirunde positiv begonnen und auch beendet werden. Außerdem gab es eine Menge Buchtipps.
  4. Geriatrie – Arbeiten mit alten Menschen
    Ein umfangreiches Thema! Falls wir einmal in diesem Bereich arbeiten sollten, muss ich mich in diesen Beriech noch einmal richtig vertiefen.
  5. Hund und Recht. Gesetzliche Grundlagen in Oberösterreich und Salzburg
    Von Hundehaltung über Registrierungspflicht bis zu den Auswirkungen auf den Therapiehundebereich und Versicherungsschutz und Steuerrecht.
  6. Menschen mit Beeinträchtigung
    Ebenfalls ein sehr umfangreiches Thema – Hunde können in vielen Beriechen bei der Kontaktaufnahme oder auch während Therapien helfen.

Die Vorträge waren natürlich wesentlich umfangreicher! Wir haben tolle Skripten bekommen, in denen viel davon nachgelesen und aufgefrischt werden kann. Und das ist sehr notwendig!

Alles fand in einem Seminarraum der Autobahnstation Mondsee statt. Ich wusste nicht, dass man von dort einen derart schönen Ausblick auf den Mondsee hat. Toll in den Pausen!

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Ja, und danach trafen wir uns wöchentlich und die Übungen waren dieselben. Scheinbar! Aber langsam, zuerst für mich kaum merklich wurde die Ablenkung für den Hund erhöht, mehr Druck aufgebaut und den Menschen Zeit gegeben, das zu bemerken und sich immer besser auf den Hundepartner einzustellen. ,

Das Wichtigste war immer die Tiere freundlich und ruhig zu motivieren, auf dass sie auch die Achter, das Drauflegen auf fremde Menschen oder das Ausharren unter einem Riesentuch mitmachen wollten. Zwischendurch wurden sie gefüttert, gebürstet, sanft oder fester angefasst, mit sonderbaren Bewegungsmustern und Geräuschen konfrontiert, von Kinderwägen oder Rollatoren bedrängt, von vorbeieilendem Kinderspielzeug herausgefordert und immer wieder wurde als Belohnung geklickert und gefüttert.

Nach mehreren Malen lernte ICH langsam meine Körpersprache etwas besser zu kontrollieren und Carambas Stresssignale schneller zu deuten. Und SIE lernte, dass andauernd mit ihren Lieblingskeksen gefüttert wurde, wenn sie mit ihrer Aufmerksamkeit bei mir blieb und sich nicht ablenken ließ. Und das heißt was! Denn vor dieser Ausbildung wurde Futter als Belohnung von ihr bestenfalls gelegentlich erwogen.

Den Abschluss dieser Phase bildete am 26. Juni ein Spaziergang durch Salzburg, wo auch einige unserer Übungen unter SEHR GROSSER Ablenkung durchgeführt wurden. Vor dem Festspielhaus, in der Mönchsberggarage und im Hof von St. Peter mussten sich Hund und Frauerl oder Herrchen sehr konzentrieren um bei der Sache zu bleiben.

Sehr schön war es, das Lächeln zu sehen, das angesichts der etwa 12 bis 15 kunterbunten Hunde auf den Gesichtern der Menschen erstrahlte, die uns begegneten. Und sollten andere darunter gewesen sein, habe ich sie nicht wahrgenommen.

In einem Abschlussgespräch wurde mir dann zu meiner Freude mitgeteilt, dass Caramba und ich auch das Modul 3 besuchen durften. Falls nicht, wäre es auch kein Problem gewesen, denn man darf Modul 2 ohne weitere Kosten wiederholen.