AGSL – Austrian-German as a second Language

Posted: 24th Mai 2011 by juhudo in Allgemein

Werner Prüher podcastet mit seinen SchülerInnen über Begriffe wie Fetzn, Haisl, Oachkatzlschwoaf (bisher) und noch viele andere sollen folgen. Die Kids erklären sie auf Englisch und machen es einfach nur genial. Die ernsthaften Definitionen über die Mundartwörter machen Lust auf mehr. New Austrian-Englisch Dictionary.
Hier kann man die Vokabeln lernen.

Gadgets?

Posted: 24th Mai 2011 by juhudo in Allgemein

Reinhard Bauer hat anlässlich der Edudays 2011 in Krems scheints eine spannende Keynote gehalten:

Philosophieren und basteln

Posted: 10th Mai 2011 by juhudo in Allgemein

Am Samstag hab ich beim herumstöbern das Buch „Kant für die Hand“ von Hanno Depner entdeckt. Die Idee, Kants aufklärerische Gedanken nachbasteln zu können, hat mich sehr gereizt, aber das kompliziert aussehende Gebilde und die vielen, doch eher fragil aussehenden Ausstanzbögen, haben mich zurückgehalten.

Mittlerweile gibts aber ein Video und erste Erfahrungen hier und hier. Die Idee ist jedenfalls originell.

 

 

MMPORG -> MOOC

Posted: 3rd Mai 2011 by juhudo in Allgemein

Was MMPORGs wissen viele – vor allem die Kids. Aber wir wollen weiter spielen – in MOOCs, das bedeutet Massive Open Online Course.
Das Spielfeld ist nicht mehr nur Azeroth oder Norrath, es befindet sich auf den Servern und Gehirnen der TeilnehmerInnen.
Gestern wurde der erste deutschsprachige MOOC von Claudia Bremer, Ralph Müller, Detlef Krömker und David Weiß (studiumdigitale) und Jochen Robes (Weiterbildungsblog) gestartet.
Dieser Art des Lernen ist Selbstorganisiertes Lernen pur!

 

Die Themanabfolge sieht so aus:
Woche 1 (2. – 8. Mai):
Warum sich etwas verändern muss.
Lern- und Bildungsvisionen

Woche 2 (9. – 15. Mai):
Nicht ohne meine Community!
Social & Networked Learning

Woche 3 (16. – 22. Mai):
Von iPads, eBooks & Virtual Classrooms.
Lerntechnologien

Woche 4 (23. – 29. Mai):
Gehen wir zu Dir oder zu mir?
Lernumgebungen/ Personal Learning Environments

Woche 5 (30. Mai – 5. Juni):
Wie mobil wird das Lernen?
Mobile & Ubiquitous Learning

Woche 6 (6. – 12. Juni):
Wo wir heute stehen.
Nutzungs- und Lernszenarien

Woche 7 (13. – 19. Juni):
Müssen wir wieder spielen lernen?
Game-based Learning

Woche 8 (20. – 26. Juni):
Lernen kann doch jeder, oder?
Über Kompetenzen und Bildung

Woche 9 (26. Juni – 3. Juli):
Kurz, kürzer, micro: Was macht eigentlich noch satt?
Microblogging & Microlearning

Woche 10: (4. – 10. Juli):
Gut lernen für die Zukunft? Lernen für eine gute Zukunft?
Qualität im lebenslangen Lernen

Woche 11: (11. – 17. Juli):
Und was mache ich jetzt?
Von der Theorie zur Praxis?

Lektüreliste der ersten Woche

NRP – die neue Reifeprüfung

Posted: 22nd April 2011 by juhudo in Allgemein

Die schriftliche Zentralmatura wird auf das Lehrverhalten durchschlagen, aber wie? und Wie viel Mainstream verträgt die Schule? fragt der Autor Ludwig Laher im Standard vom 15. April 2011. http://derstandard.at/1302745323633/Wie-viel-Mainstream-vertraegt-die-Schule
Er kümmert sich von der IG Autorinnen Autoren aus mit einigen anderen darum, welche Rolle die Literatur in der NRP spielen soll – und ob überhaupt noch.
In unserer Schule zum Beispiel stehen immer noch zwei von drei schriftlichen Maturathemen im Zusammenhang mit Literatur: eine Interpretationsaufgabe, eine literarische Erörterung und die dritte ist dann eine weitere textbasierte Erörterung ohne literarischen Kontext.
Laher schreibt über seine Besprechung mit den zuständigen Leuten des Bifie:

Viel war von Kompetenzen, Objektivierung, Standardisierung und Vergleichbarkeit die Rede. Dem musischen Gymnasium mit Literaturschwerpunkt und der Elektrotechnikabteilung einer HTL sollen in Zukunft, so der Gesetzgeber, dieselben Aufgabenstellungen blühen, auch wenn Letztere weniger Deutschunterricht hat und keine Kenntnisse in Philosophie, Psychologie, Biologie, Musik oder Bildnerischer Erziehung vorausgesetzt werden dürfen, weil diese Fächer dort nicht unterrichtet werden. Weiters werde ein verbindlicher Textumfang festgesetzt, für Abweichungen jenseits eines relativ engen Korridors drohen Abzüge. Literaturthemen, gar Arbeiten in literarischer Form ließen sich in den Textsortenkatalog der neuen Reifeprüfung nur schlecht einordnen, wurde uns beschieden, denn ihnen wäre objektiv nur mit größter Mühe beizukommen. Dass jeder Maturajahrgang ein literarisches Wahlthema vorgesetzt bekäme, darauf wollte man sich nicht festlegen lassen.

Die IG Autorinnen Autoren hielt dagegen, dann müsse man wie in Englisch den Schwerpunkt auf Multiple-Choice-Aufgaben, Einsetzübungen und simple Kurzantworten legen, schließlich ließe sich kein längerer Text, der selbstständiges Denken beinhalten solle, objektiv beurteilen. Komme die Deutschmatura ohne Literatur aus, müsse man davon ausgehen, dass literarische Texte, Lehrplan hin, Lehrplan her, eine immer geringere Rolle im Unterricht spielen, und das vor dem Hintergrund der Pisa-Studien, wonach es mit dem sinnerfassenden Lesenkönnen in diesem Land nicht sonderlich weit her ist. Leseerziehung ist natürlich nicht nur Sache des Deutschunterrichts, und selbst an Gebrauchstexten lässt sich üben. Aber kann es wirklich Zweck der Deutschmatura sein, lediglich Leserbriefe, Erörterungen, Empfehlungen und ähnliche Textsorten anzubieten?

  • Und ich hab auch noch nicht verstanden, warum Bildungsstandards und neue teilzentrale Reifeprüfung soooo wichtig sind. Ich bemühe mich wirklich darum, suche, verfolge und lese alles, was mir in die Finger kommt, weil ich immer denke, da müsste noch etwas kommen, das mir dabei auf die Sprünge hilft.
  • Und warum müssen wir eigentlich alle MaturantInnen – zumindest was die schriftlichen Arbeiten betrifft – gleich ausbilden. Und warum müssen alle mündlichen Prüfungsfragen innerhalb einer Schule gleich sein – und nicht auch dem ganzen Land oder Bundesland oder der Stadt.
  • Und warum sollen alle gleich oder zumindest vergleichbar ausgebildet werden – lebt unsere Gesellschaft nicht von der Vielfalt? Geht es nicht viel mehr um Flexibilität und Kreativität im Umgang mit neuen Situationen?
  • Und was ist mit der viel zitierten Individualisierung im Unterricht? Mir ist auch immer noch nicht ganz klar, wie man sich diese Verbindung vorstellt!

Ich lasse noch einmal Laher zu Wort kommen:

2013/14 müssen die ersten Prüflinge die zentrale Deutschmatura ablegen, aber wie sie aussieht, wird noch länger unklar bleiben. Von Anfang an, so Wintersteiner, habe man dem Ministerium nahegelegt, keine voreilige Einführung festzusetzen. Schließlich bedürfe es intensiver Recherche, aussagekräftiger Testphasen und eines ausführlichen Feedbacks der Lehrerschaft, ehe die Textsorten, die Form der Aufgabenstellungen, die Korrekturhilfen usw. festgelegt werden könnten. Man stieß auf taube Ohren. Und so gibt es längst im ganzen Land verpflichtende Fortbildungsveranstaltungen für Deutschlehrkräfte, sogenannte Roadshows, bei denen die Vortragenden notgedrungen kaum Konkretes zu vermitteln wissen.

Dem letzten Satz kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen!

 

Ferienlektüre

Posted: 22nd April 2011 by juhudo in Allgemein

… und wie immer – keine Chance, dass ich das schaffe 😉

Die Musik ist von Jace Everett: Bad Things ist die Titelmelodie von True Blood

Design für Moodle – The Good, the Bad and the Ugly

Posted: 20th April 2011 by juhudo in Allgemein

Setz & Sedaris

Posted: 18th April 2011 by juhudo in Allgemein

Er ist mit einer wüsten Fantasie ausgestattet, die er dazu nützt, seltsam verschobene Welten mit ihrem erschreckenden Potenzial an Grausamkeit und Brutalität auszumalen. Es hat den Anschein, als wollte er Geschichte für Geschichte Endzeitszenarien erfinden, dass uns richtig bang ums Herz wird. Er hat nichts gemein mit seinen Generationskollegen, die wie Maler vor einer Leinwand sitzen, um ihre Umwelt, so wie sie sie sehen, möglichst punktgenau auf eine Leinwand zu bringen. Setz hat eine Vorstellung von unserer Welt, so düster, dass der marktgängige Realismus nicht ausreicht für deren Beschreibung. So weicht er aus in allegorische Umdeutungen. Großes Vertrauen in die Friedfertigkeit der Menschen besitzt er nicht.

Quelle: Salzburger Nachrichen vom 26.3.2011

setzMit diesem Sätzen wurde vor einem Monat in den SN über die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse an den Autor Clemens M. Setz berichtet. Sie haben mich bewogen, die Erzählungen „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ (ein Titel, der mich das Buch nie und nimmer hätte kaufen lassen) sofort haben und lesen zu wollen. Während der Suche danach sind auch noch die „fiesen Fabeln“ von David Sedaris „Das Leben ist kein Streichelzoo“ mitgegangen. („Fiese Fabeln“ finde ich auch nicht besonders, aber der deutsche Haupttitel gefällt mir ganz gut. Besser als der englische „Squirrel Seeks Chipmunk“ – aber Sedaris hat bei mir schon einen Bonus, der mich gleich ins Buch schauen lässt). Ich mag Erzählungen eigentlich viel weniger als Romane – zwei Erzählungsbände bei einem Einkauf sind was Besonderes!

Aber wie gings dann mit der Lektüre?

Start mit Setz. Misstrauisch startete ich mit der kürzesten Erzählung, dem Gespräch der Eltern von Hänsel und Gretel. In der Nacht, bevor die Kinder zum ersten Mal ausgesetzt werden sollen, ist die Frau so genervt davon, dass der Holzfäller ein so schwacher Suderant ist, dass sie es  fast nicht mehr mit ihm aushält. Ihre Lösung ist es, die Kinder loszuwerden um nicht selbst zu verhungern – und das während verzweifelten Geschlechtsverkehrs.

Setz stellt eine Parallelwelt neben der anderen dar – aber jede ist im Bereich unserer Möglichkeiten und schrammt nur haarscharf an derWirklichkeit vorbei. Eine Frau möchte von ihrem Partner in einem Käfig gehalten werden. Die übertriebenen Ängste eines Vaters um seine Tochter werden wahr gemacht, alte Frauen prostituieren sich auf der Straße als Mütter ungeliebter Erwachsener und lassen sich für Fernsehen bei offener Tür oder Ermahnungen bezahlen, ein Mann findet eine Leiche und behält sie, Menschen finden Befriedigung darin, die Skultur eines Kindes durch Gewalt zu verändern und werden selbst verändert.

Immer bricht etwas Irreales in den Alltag ein, verändert ihn und wird selbst zum Alltag – in Form von Realitätsverweigerung, Psychosen, Visionen oder es wird selbst Realität. Die Erzählungen sind schräg und spannend. Seit langem hat es mir nicht mehr so gut gefallen einen deutschsprachigen (und sogar österreichischen Autor) zu lesen.

Hier liest Clemens Setz „Die Leiche“. Und hier „Die Vase“.

 

sedaris

Sedaris Geschichten sind nicht so befremdlich, weil er sie gleich im Tierreich angesetzt hat. Sie sind vordergründiger und damit vergnüglicher, zeichnen die Welt aber ebenfalls als ziemlich unangenehmen Ort, weil ihre Bewohner sich durech eine Unzahl menschlicher Schwächen auszeichnen, die einerseits kaum auszuhalten sind, andererseits für großen Unheil sorgen. Eine ewig über den Tod ihrer Mutter lamentierende Bärin endet als misshandelte Tanzbärin, eine Maus zieht in Affenliebe eine Schlange auf, sorgt sogar für tierisches Futter und endet – natürlich – selbst im Schlangenmagen, ein Mutterschaf lässt sich von einer Krähe so plump hereinlegen, dass die ihr Lamm töten kann, ein Kaninchen vernichtet die Magie des letzten Einhorns. Und fast alle zeigen die schlechtesten menschlichen Eigenschaften, wie Selbstgerechtigkeit, Dummheit, Eitelkeit usw. Über die tierischen Protagonisten bekommen wir den Spiegel vorgehalten.

Die Bände sind nur bedingt vergleichbar, haben sich aber beim Lesen gut abgewechselt. Beide sind empfehlenswert.

 

The Hobbit – es geht weiter

Posted: 15th April 2011 by juhudo in Allgemein

Na endlich: wir warten schon seit dem 3. Teil des „Lord of the Rings“ auf diese Verfilmung – das ist auch schon wieder acht (!) Jahre her. Und das Marketing ist in die Social Networks eingezogen!

 

Hier erst einmal das YouTube-Video, über das ich gerade gestoßen bin:

Und hier zur Hobbit-Website, mit allen Neuigkeiten: http://the-hobbit-movie.com/
Anscheinend werden wir einige bekannte Figuren aus „Lord of the Rings“ wiedersehen –  Gandalf und Gollum sind ja klar. Galadriel und Legolas kann ich mir vorstellen. Aber schauen wir einmal, wie Frodo und Saruman eingebaut werden.

Was das Gedicht alles kann 1

Posted: 9th April 2011 by juhudo in Allgemein

Manchmal habe ich das Gefühl, mich wieder einmal in meiner ursprünglichen Profession, der Germanistik, etwas weiter bilden zu müssen und lese diesmal dazu Robert Gernhardts „Was das Gedicht alles kann. Texte zur Poetik“. Die Lyrik ist ohnehin ein Bereich, dem ich aus Unsicherheit lieber eher immer aus dem Weg gehe. Schon in der Schule nicht davon begeistert, ist auch beim Studium in dieser Richtung nicht allzu viel passiert und als Lehrerin bleibts meistens bei Minnelyrik, Barockgedichten, etwas Romantik und der Experimentellen.
Aber Gerhardt kann mich bei etwas abholen, das mir viel näher ist, er nennt es „Geselligkeitsermöglichung durch Poesie“ – und ich Kommunikation. Am Ende der Zweiten Düsseldorfer Vorlesung (2006), die den Untertitel „Ein Gang durch die Kopierstuben, die Hallräume, den Chat-Room und das Fitneß-Studio der Dichter“ trägt, zitiert er Goethe. Lotte und Werther haben sich gerade kennengelernt:

Wir traten ans Fenster. Es donnerte abseitwärts [auch ein schönes Wort!], und der herrliche Regen säuselte auf das Land, und der erquickendste Wohlgeruch stieg in aller Fülle einer warmen Luft zu uns auf. Sie stand auf ihren Ellenbogengestützt, ihr Blick durchdrang die Gegend, sie sah gen Himmel und auf mich, ich sah ihr Auge tränenvoll, sie legte ihre Hand auf die meinige und sagte: – Klopstock! – Ich erinnerte mich sogleich der herrlichen Ode, die ihr in Gedanken lag, und versank in dem Strome von Empfindungen, den sie in dieser Losung über mich ausgoss.

Heute würde unter den Jugendlichen das mit den Gefühlen nicht mehr funktionieren (mit den Erwachsenen auch nicht). Konnotationen sind möglich, wenn man eine Figur oder den Titel einer Fernsehserie (Charly Harper, Homer Simpson oder Seinfeld) erwähnt oder ein verbreitetes YouTube-Video.

Gernhardt schreibt anschließend:

Klopstock – weiter nichts. Da ist keine Gedichtstrophe vonnöten, keine Gedichtzeile, nicht einmal der Gedichttitel „Frühlingsfeier“ – der Dichtername genügt. Zwei Silben entbinden einen Strom von Empfindungen: Goethe macht uns zu Zeugen einer Kommunikationsbeschleunigung, von der die jungen Menschen von heute nur träumen können, wenn sie sich von Dichtern unserer Tage im Stich gelassen, angesichts eines gewaltigen Naturschauspiels und eines noch unbekannten, dunkel lockenden Partners mit dem kurrenten Betroffenheitsjargon behelfen müssen: Du, ich weiß nicht, mir gibt so ein Gewitter unheimlich viel, also auch emotional – was macht Regen eigentlich mit dir? (S 64).

Hier übrigens Klopstocks Ode (die ich jetzt zu ersten Mal gelesen habe) kopiert aus dem Projekt Gutenberg:

Die Frühlingsfeier
Friedrich Gottlieb Klopstock


Nicht in den Ozean der Welten alle
Will ich mich stürzen! schweben nicht,
Wo die ersten Erschaffnen, die Jubelchöre der Söhne des Lichts,
Anbeten, tief anbeten! und in Entzückung vergehn!Nur um den Tropfen am Eimer,
Um die Erde nur, will ich schweben, und anbeten!
Halleluja! Halleluja! Der Tropfen am Eimer
Rann aus der Hand, des Allmächtigen auch!

Da der Hand des Allmächtigen
Die größeren Erden entquollen!
Die Ströme des Lichts rauschten, und Siebengestirne wurden,
Da entrannest du, Tropfen, der Hand des Allmächtigen!

Da ein Strom des Lichts rauscht‘, und unsre Sonne wurde!
Ein Wogensturz sich stürzte wie vom Felsen
Der Wolk‘ herab, und den Orion gürtete,
Da entrannest du, Tropfen, der Hand des Allmächtigen!

Wer sind die tausendmal tausend, wer die Myriaden alle,
Welche den Tropfen bewohnen, und bewohnten? und wer bin ich?
Halleluja dem Schaffenden! mehr wie die Erden, die quollen!
Mehr, wie die Siebengestirne, die aus Strahlen zusammenströmten!

Aber du Frühlingswürmchen,
Das grünlichgolden neben mir spielt,
Du lebst; und bist vielleicht
Ach nicht unsterblich!

Ich bin heraus gegangen anzubeten,
Und ich weine? Vergieb, vergieb
Auch diese Thräne dem Endlichen,
O du, der seyn wird!

Du wirst die Zweifel alle mir enthüllen,
O du, der mich durch das dunkle Thal
Des Todes führen wird! Ich lerne dann,
Ob eine Seele das goldene Würmchen hatte.

Bist du nur gebildeter Staub,
Sohn des Mays, so werde denn
Wieder verfliegender Staub,
Oder was sonst der Ewige will!

Ergeuß von neuem du, mein Auge,
Freudenthränen!
Du, meine Harfe,
Preise den Herrn!

Umwunden wieder, mit Palmen
Ist meine Harf‘ umwunden! ich singe dem Herrn!
Hier steh ich. Rund um mich
Ist Alles Allmacht! und Wunder Alles!

Mit tiefer Ehrfurcht schau ich die Schöpfung an,
Denn Du!
Namenloser, Du!
Schufest sie!

Lüfte, die um mich wehn, und sanfte Kühlung
Auf mein glühendes Angesicht hauchen,
Euch, wunderbare Lüfte,
Sandte der Herr! der Unendliche!

Aber jetzt werden sie still, kaum athmen sie.
Die Morgensonne wird schwül!
Wolken strömen herauf!
Sichtbar ist, der komt, der Ewige!

Nun schweben sie, rauschen sie, wirbeln die Winde!
Wie beugt sich der Wald! wie hebt sich der Strom!
Sichtbar, wie du es Sterblichen seyn kanst,
Ja, das bist du, sichtbar, Unendlicher!

Der Wald neigt sich, der Strom fliehet, und ich
Falle nicht auf mein Angesicht?
Herr! Herr! Gott! barmherzig und gnädig!
Du Naher! erbarme dich meiner!

Zürnest du, Herr,
Weil Nacht dein Gewand ist?
Diese Nacht ist Segen der Erde.
Vater, du zürnest nicht!

Sie komt, Erfrischung auszuschütten,
Über den stärkenden Halm!
Über die herzerfreuende Traube!
Vater, du zürnest nicht!

Alles ist still vor dir, du Naher!
Rings umher ist Alles still!
Auch das Würmchen mit Golde bedeckt, merkt auf!
Ist es vielleicht nicht seelenlos? ist es unsterblich?

Ach, vermöcht‘ ich dich, Herr, wie ich dürste, zu preisen!
Immer herlicher offenbarest du dich!
Immer dunkler wird die Nacht um dich,
Und voller von Segen!

Seht ihr den Zeugen des Nahen den zückenden Strahl?
Hört ihr Jehova’s Donner?
Hört ihr ihn? hört ihr ihn,
Den erschütternden Donner des Herrn?

Herr! Herr! Gott!
Barmherzig, und gnädig!
Angebetet, gepriesen
Sey dein herlicher Name!

Und die Gewitterwinde? sie tragen den Donner!
Wie sie rauschen! wie sie mit lauter Woge den Wald durchströmen!
Und nun schweigen sie. Langsam wandelt
Die schwarze Wolke.

Seht ihr den neuen Zeugen des Nahen, den fliegenden Strahl?
Höret ihr hoch in der Wolke den Donner des Herrn?
Er ruft: Jehova! Jehova!
Und der geschmetterte Wald dampft!

Aber nicht unsre Hütte!
Unser Vater gebot
Seinem Verderber,
Vor unsrer Hütte vorüberzugehn!

Ach, schon rauscht, schon rauscht
Himmel, und Erde vom gnädigen Regen!
Nun ist, wie dürstete sie! die Erd‘ erquickt,
Und der Himmel der Segensfüll‘ entlastet!

Siehe, nun komt Jehova nicht mehr im Wetter,
In stillem, sanftem Säuseln
Komt Jehova,
Und unter ihm neigt sich der Bogen des Friedens!